Ein Jahr bei STADTKULTUR

Mariana Romão Silva Thater hat ihren Bundesfreiwilligendienst direkt bei STADTKULTUR HAMBURG als Einsatzstelle gemacht – ein Jahr voller Begegnungen, Veranstaltungen und Möglichkeiten. Im stadtkultur magazin berichtet sie ausführlich von ihren Erfahrungen und gibt einen Einblick in das Fortbildungsprogramm des BFD Kultur und Bildung in Hamburg.

Autorin: Mariana Romão Silva Thater

Mariana (r.) begleitete den BFD und die anderen Freiwilligen ein Jahr lang, Foto: Mariana Romão Silva Thater

Im August 2024 begann ich als Freiwillige bei STADT­KULTUR in Altona. Ich kam zum BFD, da ich in Brasilien, meinem Heimatland, bereits im Kulturbereich gearbeitet hatte und hier in Deutschland die Gelegenheit suchte, die Kultur­arbeit in Hamburg kennenzulernen und zu verstehen.

Eine meiner Hauptaufgaben beim Dachverband war es, neue Fortbildungen, Exkursionen und Begegnungen für die Freiwilligen zu recherchieren, die in anderen Kultureinrichtungen der Stadt aktiv sind. Während der Fortbildungen war ich dafür zuständig, die Anwesenheit der Freiwilligen zu überprüfen und Foto- und Videomaterial für den Instagram-Kanal des BFD zu erstellen.

Eine Zeit, die mir unvergessliche Erlebnisse bescherte: Das erste Highlight war eine Führung durch die Sammlung Falckenberg, in der zu dem Zeitpunkt die Ausstellung „Passage“ der Künstle­r*innen Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl gezeigt wurde. Die damalige Freiwillige der Sammlung führte durch die Ausstellung voller einzigartiger und kreativer Werke. Am meis­ten beeindruckt hat mich, dass die Freiwillige die Erlaubnis hatte, uns exklusiv Werke aus dem Depot der Sammlung zu zeigen – ein Bereich, der normalerweise nicht öffentlich zugänglich ist.

Ein weiterer besonderer Moment war die Stadtführung mit Chris, der für das Straßenmagazin Hinz & Kunzt arbeitet. Er zeigte uns Hamburg aus der Perspektive eines Obdachlosen. Seine persönlichen Schilderungen beeindruckten mich nachhaltig. Neben seinem Blickwinkel auf die Stadt erzählte er uns viel über das Magazin Hinz & Kunzt, das die Lebensrealität ­vieler Betroffener positiv beeinflusst.

Stadtführung mit Chris von Hinz & Kunzt, Foto: Mariana Romão Silva Thater

Im September 2024 war STADTKULTUR Mitveranstalter einer Demonstration gegen die Kürzungen im Bundesfreiwilligendienst. Gemeinsam mit vielen engagierten Freiwilligen nahm auch ich daran teil und hielt die positive Stimmung auf Fotos fest – eine sehr gelungene Aktion von den Hamburger Trägern der Freiwilligendienste.

Viele tolle Momente erlebte ich auf unseren „Einsatzstellen-Rundreisen“ – das sind Führungen und Workshops, die von Freiwilligen für Freiwillige in ihren eigenen Einsatzstellen durchgeführt werden. Man merkt jedes Mal, wie viel Herzblut die Freiwilligen in ihren BFD stecken und welche bereichernden Aufgaben sie in den Kultureinrichtungen erfüllen. Wir besuch­ten zum Beispiel die Zinnschmelze in Barmbek, den Kulturladen Hamm und das Fundus Theater. Auch die Elbphilharmonie und das altonale Festival öffneten ihre Türen für uns und ließen uns hinter die Kulissen schauen.

Es würde zu weit führen, hier alle Veranstaltungen aufzuführen, die ich begleiten durfte, aber es gab auch Museums­besuche – zum Beispiel ins MARKK, die Kunsthalle oder die Deichtorhallen – sowie Ausflüge zu Orten wie dem Deutschen Wetterdienst oder dem Rathaus. Zusätzlich besuchte ich Kurse mit Expert*innen wie einen Upcycling-Workshop mit der ­Kostümdesignerin Adriana Peretzki und einen Workshop zu Förderanträgen.

Neben all diesen Aktivitäten ermöglichte mir die Arbeit im Büro einen Einblick in die Bedarfe der Hamburger Kulturlandschaft. Ich lernte engagierte Fachkräfte kennen, die sich für Förderung, Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit, Engagement und Digitalisierung in den Kultureinrichtungen der Stadt einsetzen.

Dieses Jahr hat meine Leidenschaft für die Kulturarbeit noch verstärkt und mich darin bestätigt, weiterhin im Kulturbereich tätig zu sein – künftig als Selbstständige. Dafür bin ich STADTKULTUR HAMBURG sehr dankbar – auch für die zahlreichen Kontakte, die ich durch Veranstaltungen wie den Hamburger Stadtteilkulturpreis und den Ratschlag Stadtteilkultur knüpfen konnte.

Der Dachverband hat mir gezeigt: Immer, wenn ich die ­Kultur feiern, mich vernetzen oder über Kultur in Hamburg diskutieren möchte, habe ich einen Ansprechpartner, an den ich mich wenden kann.