Interview: Bundesfreiwillige zu Besuch in Hamburg-Hamm

Anne Pape und Tamari Chikvaidze leisten einen Bundesfreiwilligendienst in Hamburg-Hamm: Anne im Kulturladen Hamm und Tamari im FUNDUS THEATER. Mit einer Gruppe von über 20 Freiwilligen haben wir Anne und Tamari im Rahmen einer Einsatzstellen-Rundreise besucht und gemeinsam viel dazugelernt, gestaunt und erlebt.

Tamari Chikvaidze stellt das FUNDUS THEATER vor, Foto: Juliane Krupp

stadtkultur magazin: Tamari und Anne, für alle, die nicht mit dabei waren: Was haben wir gemeinsam unternommen?

Anne: Zuerst waren wir im Bunkermuseum am Wichernsweg. Der Bunker ist zum Teil originalgetreu wiederhergerichtet, und es gibt dort Gegenstände und Fotos aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu sehen. Danach brauchten wir eine Pause – ich hatte für uns im nahe gelegenen Café Ursprung, das von der Alsterdorfer Assistenz betrieben wird, einen Tisch reserviert.
Tamari: Danach ging es weiter zum Kulturladen Hamm. Anne und ihre Kolleg*innen haben uns die Veranstaltungs- und Büroräume sowie das Stadtteilarchiv gezeigt. Zum Abschluss haben wir das FUNDUS THEATER besucht und ich habe der Gruppe das Theater vorgestellt sowie von der Geschichte und den Vorstellungen erzählt. Höhepunkt dabei waren die Lichtshow und VR-Brillen für alle zum Ausprobieren.

Gab es etwas, was ihr unbedingt zeigen oder vermitteln wollten?

Anne: Durch meinen BFD konnte ich hinter die Kulissen von aktueller sowie historischer Stadtteilarbeit gucken, und je mehr ich das tue, desto begeisterter und überzeugter bin ich davon. Diese Begeisterung wollte ich vermitteln und zeigen, welche Rolle dabei das Engagement Einzelner spielt. Ich konnte außerdem von zwei Projekten erzählen, an denen ich im Rahmen des BFD beteiligt bin: vom Ausstellungs- und Fotoprojekt „Frauen in Hamm“, das auch für den Stadtteilkulturpreis nominiert ist, sowie vom aktuellen Stadtteilkalender.
Tamari: Mir war es besonders wichtig, dass die Rundreise mehr als nur ein Rundgang durch das Gebäude ist. Es ging mir darum, dass die Besucher*innen nicht nur den Raum sehen, sondern auch verstehen, was das FUNDUS THEATER ausmacht und welche Bedeutung es in der Kulturlandschaft hat. Außerdem habe ich das Kinderwahlbüro vorgestellt, für das ich sehr aufwändige Figuren angefertigt habe.

Die Rundreise war ein voller Erfolg! Wie ging es euch danach?

Anne: Ich habe Lust auf mehr! Ich bin mit vielen neuen Eindrücken und Ideen nach Hause gegangen. Und der Überzeugung, dass Stadtteilkultur viel will, darf und kann!
Tamari: Es war meine erste Erfahrung dieser Art und eine Gruppe von über 20 Personen auf Deutsch zu leiten, schien mir anfangs unmöglich. Mit Hilfe meiner Kolleg*innen habe ich es aber gut geschafft.
Besonders wichtig war für mich die Freundlichkeit der Freiwilligen, die ich von Anfang an gespürt habe. Nach der Rundreise hatte ich einfach ein richtig gutes Gefühl. Es war, als ob mich diese Erfahrung ein bisschen mutiger gemacht hat.