Gitarren-Eskapaden, Jazz-Jubel, Pop-Pianissimo: Klangspuren zur Zinnschmelze. In dem Barmbeker Kulturzentrum mit der gemütlichen Café-Bühne und Dach-Theater assistiere ich derzeit in der Öffentlichkeitsarbeit als Bundesfreiwillige.

Überall hier liegen Geschenke der Muse herum: das handsignierte Nico-Brettschneider-Konzert-Plakat mit „Bussis für Dorothée“, Comedy-Pokal-Programme, CD´s, Kulturzeitschriften. Da gedeihen sie gut – meine Sammel-Mails, Kinderferiencamp-Serienbriefe und Stadtpolitik-Protokolle. Mit wachsender Büroreife begradigen sich Veranstaltungszettelkanten, und auch Künstler-Datenbank „accmeo“ sträubt sich nicht mehr gegen großflächigen Outlook-Daten-Import: kleine Erfolge am Stadtkulturfluss. Diesen lernen wir Bundesfreiwilligen durch ein umfangreiches Seminarangebot des Trägers Stadtkultur kennen. Die Kulturzentren-Rundreisen sind gelungene PowerPoint&Plätzchen-Events, spannend aber auch die anderen Themen, etwa Grafikprogramme, Social-Media-Mag-ich-Kompetenz oder Pressearbeit. Selbstverfasste Editorials und eigenformatige Artikel bringen meinen Enthusiasmus in Hochform. Liebe Journalismus-Dozenten, ich weiß: im Text sind Sätze kurz, die 5 W´s stehen am Anfang, Nebensächliches am Schluss. Eine Zinnschmelze lebt jedoch nicht linear: sie ist ein kapriziöses, Soul-beperltes Wesen in wechselnder Liaison mit Salsa, Folk, Gypsy und Pop. Dies erfordert eine gewisse Bundesfreiwilligen-Sprunghaftigkeit in Text und Büro, welche im Weihnachtsmärchen „Sams im Glück“ leicht zu erlernen ist. Wenn das freche Sams dem schüchternen Herrn Taschenbier knackiges Auftreten beibringt, kugelt das junge Publikum vor Lachen fast aus den Theaterstühlen – und mein kulturelles Ich auch.

Ulrike, Freiwillige in der Zinnschmelze