1. Wieso hast Du Dich für einen BFD im Projekt „Dialog in Deutsch“ entschieden:

Ich interessiere mich seit Langem für die Arbeit mit Zuwanderern. Als ich die Ausschreibung für den BFD entdeckte, hat mich das Projekt „Dialog in Deutsch“ der Bücherhallen sofort angesprochen. Direkt nach meinem Studium war ich als Sozialpädagogin bereits in der Migrationsarbeit tätig, da erschien mir „Dialog in Deutsch“ als eine gute Möglichkeit, um in diesen Arbeitsbereich wieder einzusteigen.

Ich wollte zudem gerne einen BFD absolvieren, um den Bereich der Verwaltung in einem Projekt als Alternative zur sozialpädagogischen Tätigkeit mit Klienten kennen zu lernen und mich darin auszuprobieren. Dies kann ich bei „Dialog in Deutsch“ gut umsetzen.

2. Wo und wie unterstützt Du die Bücherhallen?

Das Projekt unterstütze ich, gemeinsam mit meinen beiden BFD-Kolleginnen, in vielerlei Hinsicht: Allen voran bin ich Ansprechpartnerin für Ehrenamtliche – sowohl interessierte als auch im Projekt tätige -, TeilnehmerInnen und Kooperationspartner. Interessierte Ehrenamtliche bekommen von mir alle notwendigen Informationen und ich begleite sie vom Erstkontakt bis zur Integration in eine Gruppe, natürlich in enger Absprache mit der Projektleitung, die Einzelgespräche mit interessierten Leitungen führt. Für Workshops oder größere Treffen nehme ich die Anmeldungen an, erstelle Teilnehmerlisten und bereite die Räume vor; die Gruppenleitungen in allen Bücherhallen Hamburgs versorge ich mit den notwendigen Materialien.

Zu den vielen weiteren administrativen Aufgaben kommen dann noch „besondere“ Aufgaben: Ich arbeite im „Team Öffentlichkeitsarbeit“ innerhalb des Projektes mit und leite selbst eine „Dialog in Deutsch“- Gruppe in Billstedt. Daneben unterstütze ich den Neuaufbau der „Dialog in Deutsch“-Gruppe in der Bücherhalle Schnelsen und habe an der Aktualisierung des „Dialog in Deutsch“-Handbuches mitgewirkt.

3. Welche Fortbildungen haben Dir am meisten gebracht? Und weshalb?

Ich finde das Angebot der Fortbildungen von STADTKULTUR super und möchte mich an dieser Stelle auch mal für die ganze Organisation und die tolle Betreuung bedanken!

Besonders gut fand ich bisher die Rundreisen in die anderen Einsatzstellen, um Kontakte zu den Mitarbeitern dieser Einrichtungen zu knüpfen, mich mit anderen Freiwilligen auszutauschen und um Einblicke in unterschiedliche Bereiche und Arbeitsweisen zu bekommen. Besonders interessant waren für mich die Einsatzstellen, die sich mit Themen wie Migration und Interkulturalität befassen – zum Beispiel die W3 in Ottensen und die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch.

Die Fortbildungen im Bereich EDV waren wichtig für mich, um meine Kenntnisse auszubauen.

Hervorheben möchte ich die Fortbildung  „Zeit-und Selbstmanagement“ bei Henning Prox, da sie sehr professionell moderiert war und mir viel gebracht hat durch die Übungen und die lebendige Darstellung des Moderators. Ebenso fand ich das Seminar „Interkulturelle Kompetenzen“ gut, weil der Trainer Sören Boller sehr erfrischend war und mich das Thema aufgrund meines Einsatzbereiches besonders ansprach.

4. Fazit nach 10 Monaten BFD:

Ich bin sehr gerne bei „Dialog in Deutsch“ tätig und übe meinen BFD mit viel Herzblut und Engagement aus. Ich finde dieses Projekt ausgesprochen sinnvoll und bewundere unsere Ehrenamtlichen, die sich dieser Aufgabe mit so viel Engagement, Verbindlichkeit und guter Laune widmen. Ich finde es interessant, dass es im Projekt so viele unterschiedliche Arbeitsbereiche gibt, so dass die Tätigkeiten abwechslungsreich und dynamisch sind.

Mein Ziel bei Aufnahme des BFDs war es, den administrativen Bereich eines Projekts näher kennen zu lernen und mich mehr in die Verwaltung einzuarbeiten, was ich bei „Dialog in Deutsch“ gut umsetzen kann. Dadurch lerne ich Neues, erweitere mein Know-how im Verwaltungs- und EDV-Bereich, was ich als positiv und nützlich für mich ansehe. Allerdings wird mir aber auch bewusst, dass ich gerne mit Menschen arbeite und im Kontakt mit Menschen bin. Natürlich bietet mir „Dialog in Deutsch“ durch den Austausch mit den Ehrenamtlichen und TeilnehmerInnen auch hier täglich viel Gelegenheit dazu.

Ich moderiere im Projekt eine „Dialog in Deutsch“-Gruppe in Billstedt, was sehr viel Spaß macht. Zudem habe ich die Möglichkeit, als Vertretung bei anderen Gesprächsgruppen einzuspringen und somit ganz unterschiedliche Gesprächsgruppen kennen zu lernen. Ich habe in meiner Vergangenheit viel mit Gruppen im Bereich der Erwachsenenbildung gearbeitet – allerdings oft mit Klienten, die nicht freiwillig an Kursen teilnahmen, unmotiviert waren und dadurch eine eher ablehnende Haltung, auch mir gegenüber, einnahmen. Umso schöner ist es jetzt, dass ich bei „Dialog in Deutsch“ nun positive Erfahrungen mit Gruppenarbeit sammle. Die TeilnehmerInnen unserer Gesprächsgruppen sind aufgeschlossen, interessiert aneinander, offen, kooperativ, wohlwollend und dankbar. Die Atmosphäre ist entspannt – ich erfahre selbst so viel Neues aus anderen Kulturen, dem Leben in anderen Ländern, dass es eine tolle Erfahrung ist, daran teil zu haben.

Für mich war es eine gute Entscheidung, meinen BFD in diesem Projekt aufzunehmen. Ich kann mir gut vorstellen, im Anschluss an den BFD als Ehrenamtliche ein Teil von „Dialog in Deutsch“ zu bleiben und das Projekt weiter zu unterstützen bzw. umgekehrt selbst davon bereichert zu werden.

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